16/12 Rede zum Haushalt 2017/18 – Musikschulen

Sehr geehrter Herr Präsident, Kolleginnen und Kollegen,

seit nunmehr 14 Jahren werden die Musikschulen in diesem Land nahezu und ich betone nahezu unverändert mit 5 Mio. € (denn es waren auch schon einmal mehr) durch den Freistaat gefördert. Gemessen am Gesamthaushalt der Musikschulen sank somit die Förderquote von 2002 mit 13,9% auf 10,1% in 2015. Bezogen auf die Ausgaben für das pädagogische Personal von 23% im Jahr 2001 auf 13% in 2015. Jedoch stiegen die Schüler*innenzahlen von 39.000 auf rund 68.000 im gleichen Zeitraum. Allein in diesem Jahr gibt es zehntausend Schülerinnen und Schüler mehr an unseren Schulen, d.h. über den Daumen etwa zusätzliche 2.000 Bewerbungen an den Musikschulen. Die Wartelisten sind lang, die Lehrkräfte schlecht bezahlt, der Fachkräftemangel im ländlichen Raum nimmt an Dynamik zu (es fährt eben keiner mehr 30 km, um dann 2 Stunden Unterricht für 36 € zu geben, 36 € von denen man sich noch selbst versichern und die Fahrtkosten tragen soll) und an eine weitere Verdichtung des Unterrichts ist nicht mehr zu denken, weil z.B. nicht 5 Kindern gleichzeitig Klavierunterricht gegeben werden kann.

Vor diesem Hintergrund ringen mir Ihre 425.000 € mehr, welche sie für die Musikschulen im Doppelhaushalt 2017/18 bereitstellen, geradezu größte Bewunderung ab. Was glauben Sie, wie viele Schüler*innen man davon wohl unterrichten kann. Ich sage Ihnen, seien Sie stark und gönnen Sie den Musikschulen zumindest einen Aufwuchs, der die Inflation der vergangenen

15 Jahre auffängt und stellen Sie ihnen wie mit unserem Antrag gefordert

1,5 Mio € Mittelaufwuchs zur Verfügung. Die Schülerinnen und Schüler,

die Eltern und Kommunen werden es ihnen danken, denn Mehrausgaben wurden in den letzten Jahren immer von ihnen abgefedert.

Sie reden immer von der Wichtigkeit der kulturellen Bildung, Musikschulen sind originäre Orte selbiger. Jetzt haben Sie die Möglichkeit Ihre Worte, mit wenig Aufwand tätig zu untersetzen. Denken Sie an die vielbeschriebene und vielzitierte kulturelle Vielfalt unseres Landes, mit der man sich so schön schmücken kann, denken sie an die Kinder, denn einige behaupten ja sogar sie seien unsere Zukunft.

Ich bitte sie um der Zukunft Willen, stimmen sie unserem Antrag zu.