17/04 Rede zum Landesparteitag

Liebe Genossinnen und Genossen, verehrte Gäste,

wir reden heute über den Leitantrag. Wir wollen das Profil der LINKEn schärfen, nicht Schönrednerei betreiben und deutlich sagen was ist, ostdeutsche Interessen und das damit einhergehende Lebensgefühl vertreten. Aber wie? Was interessiert die Menschen, wie holen wir sie ab. Wie sieht deren Lebenswirklichkeit tatsächlich aus: Heute kann sich eben kaum noch jemand sicher sein, auch wenn er/sie Arbeit hat, dass seine Lebenslage morgen noch so sein wird wie sie es heute ist. Ganz zu schweigen von den Menschen, denen man das Morgen schon genommen hat, denen gesellschaftliche Teilhabe nicht möglich ist und genau diese Heuchelei des neoliberalen Geistes, ist es, die wir immer wieder aufdecken müssen. Sie trieft aus allen Kanälen und will glauben machen, dass jede/r seines Glückes Schmied ist.

Und Wir müssen erklären wie die westliche Welt tickt, mit all ihren negativen Folgen für uns alle und eine Möglichkeit einer Zukunft beschreiben in der unter anderem Frieden herrscht, in der keiner mehr, kein einziges Kind auf unserer Erde verhungert, in der Waffen unnütz sind, wo die Luft des Atmens würdig ist, die Polkappen nicht schmelzen, jeder auf seine Weise glücklich werden kann, Solidarität das Prinzip und nicht Egoismus und Besitzstandswahrung die treibenden Kräfte sind. Noch nie hat eine Spezies den Planeten so stark verändert wie der Homo sapiens. Er beutet nicht nur die Natur und ihre Kreaturen aus bis zum verschwinden, sondern auch sich selbst und massakriert die Seinen. Homo sapiens sapiens bedeutet der vernunftbegabte moderne Mensch. Und an uns liegt es nun, Wir müssen es schaffen diese Vernunftbegabung an den Tag zu fördern. Kunst und Kultur, Bildung und Soziales sind nicht von einander zu trennen, sie sind Grundlage für Empathie. Empathie ein Wort aus dem griechischen meint: Mitleid, Teilnahme, Einfühlungsvermögen, Erbarmen, Freundlichkeit, Entgegenkommen, Nachsicht, Verständnis, Anteil und Gespür. Wir brauchen die Bildung des Herzens. Wir brauchen ein mehr an Kunst und Kultur, auch in unseren Reihen, wir brauchen ein mehr an Bildung, humanistischer Bildung. Wir müssen die Menschen dafür empfänglich machen und kommen mit unserer Didaktik nicht weiter. Auch zwanzigmal gesagt: „wir wollen eine solidarische Gesellschaft“, lässt sie nicht spüren, was dies für sie bedeutet, für das Weiter- und vor allem Überleben. Wir kommen nicht daran vorbei, wir müssen es schaffen die Menschen emotional zu packen, zu erreichen. Wir brauchen ihre Geschichten, damit wir diese weitertragen können, sich andere in ihnen wiederfinden, und wir selbst sensibilisiert für die Bedürfnisse unsere Programmatik anpassen und ein hoffnungsvolleres Bild vom Morgen zeichnen können.

Schiller sagte dereinst „Ein Mensch wie schön das klingt“. Gehen wir in einen Wahlkampf mit den Menschen, für die Menschen, für Menschlichkeit und lasst uns zeigen, das wir mit unseren Ideen für eine bessere Welt eben nicht zum politischen Establishment gehören.

Habt Dank für Eure Aufmerksamkeit